SEO im Kulturbetrieb?! Die Wiener Kulturszene im Test

Wir schreiben das Jahr 2019. Eine fancy Website ist bei den großen Kulturbetrieben längst Standard. Doch abseits des Designs, inwieweit machen sich die großen Kulturbetriebe Gedanken über die Suchmaschinenoptimierung der eigenen Website? Im folgenden Artikel wird die OnPage-Optimierung von großen Wiener Kulturbetrieben betrachtet. Die Daten stammen von folgenden Institutionen: Wiener Philharmoniker, Albertina, MuseumsQuartier Wien, Kunsthistorisches Museum, Wiener Staatsoper, Burgtheater Wien, Wiener Konzerthaus, Schloss Schönbrunn & Musikverein Wien

OnPage-Optimierung?

Was ist überhaupt OnPage-Optimierung? Sie ist eine von zwei Säulen der Suchmaschinenoptimierung. Im Blogbeitrag von Sistrix wird sie folgendermaßen definiert: „Die OnPage-Optimierung befasst sich mit allen inhaltlichen Anpassungen der eigenen Website. Sie beschreibt demnach Optimierungsmaßnahmen, die man selbst an der eigenen Seite vornehmen kann und die nicht von außen oder Dritten beeinflussbar sind.“ Eine Auflistung der Google-Ranking Faktoren bietet ithelps in diesem Blog Beitrag

Kriterien der Auswertung

Für die Auswertung der Startseiten wurden SEO-Basics wie Meta Description, Überschriftenstruktur oder Bilderoptimierung betrachtet. Außerdem wurde noch die generelle Website Geschwindigkeit ausgewertet. In Zeiten wo 53 % aller Website-Aufrufe abgebrochen werden, wenn das Laden der Seite mehr als 3 Sekunden dauert, ist diese eine der entscheidenden Faktoren.[1]

Verwendete Tools

Die Daten wurden mittels den Tools von Seobility und den PageSpeed Insights von Google erhoben. Beide sind kostenlos zugänglich und ergeben im Zusammenspiel einen guten Eindruck über den Zustand einer Website. Weitere bekannte Tools sind Gtmetrix, Pingdom oder Webpagetest.

Meta-Description

Zu lange Meta Description

Nur auf einer der untersuchten Startseiten war eine optimierte Meta-Description vorhanden. Teilweise fehlten diese völlig, was zur Folge hat, dass Google sich den Text selbstständig zusammenstellt. Was wie im Blogartikel von ithelps angeführt, ein manchmal etwas kryptisches Ergebnis zur Folge hat. Bei einigen hatte der Text über 600 Zeichen. Tools wie der SERP Snippet Generator helfen bei der Optimierung auf die maximal empfohlenen 160 Zeichen. Zwar nutzt Google die Meta-Description nicht direkt für das Ranking. Jedoch hat diese gemeinsam mit dem Title-Tag wesentlichen Einfluss auf die Klickrate der Suchenden.

Überschriftenstruktur

Fehlende H1 Überschrift

Ähnliches findet man auch bei der Überschriftenstruktur. Es fehlte entweder eine logische Reihenfolge oder es wurden mehrere H1 Überschriften verwendet. Mit HTML5 ist es zwar  möglich, mehrere H1 Tags in verschiedenen Bereichen zu verwenden.[2] Nur sollten diese auch sinnvoll benannt werden. Eine Beschriftung mit „Startseite“ oder „Main Navigation“ ist auf jeden Fall nicht zielführend. Bei zwei Startseiten fehlte die H1 Überschrift komplett.

Bildoptimierung

Auswertung der Bildgröße

Bei den Bildern wurde in dem meisten Fällen auf eine korrekte Beschriftung mittels Alt- und Title-Attributen verzichtet. Das Alt-Attribut ist nicht nur für SEO wichtig, sondern auch für die Barrierefreiheit im World Wide Web.[3] Auch die Größe der Bilder tragen zu einer problematischen Ladegeschwindigkeit bei. Einige Bilder hatten fast 1 MB. Hier helfen Tools wie Optimizilla. Mit diesen ist es möglich, Bildergrößen ohne großen Qualitätsverlust zu verkleinern.

Websitegeschwindigkeit

Auswertung der Website Geschwindigkeit
PageSpeed Insights Auswertung

Zu guter Letzt wurde auch die Geschwindigkeit der Website mit den PageSpeed Insights von Google ausgewertet. Das Ergebnis war mit durchschnittlich 45 % (Mobil) eher bescheiden. Eine einzige Startseite kam mit 88 % in die Nähe des Optimums.

Fazit

Wenn man bedenkt, wie viel Budget Kulturbetriebe für die Erstellung von Websites ausgeben, ist es erstaunlich wie wenig scheinbar für die Optimierung aufgewendet wird. Insbesondere wenn man realisisert, dass organischer Traffic von Google & Co bei den meisten Kulturbetrieben den weitaus größten Teil der Besucherinnen und Besucher ausmachen dürfte.[4] Hier tritt die generelle Problematik bei der Digitalisierung in den Kulturbetrieben zu Tage. Dazu ein schönes Zitat von Christian Henner-Fehr „Ein Instagramaccount macht mich noch nicht zum Vorreiter in Sachen digitaler Transformation.“[5]

Um die Lücke zu schließen, ist von Seiten der Kulturbetriebe auf jeden Fall ein Umdenken nötig. In Zeiten wo man mit dem ganzen Freizeitmarkt konkurriert, sollte auf die Auffindbarkeit und Sichtbarkeit der Website besonderes Augenmerk gelegt werden. Was bringt eine fancy Website, die nicht gefunden wird oder es aufgrund der Ladegeschwindigkeit zu einer hohen Abbruchrate kommt? Nichts.

Woher bekomme ich Informationen?

Zum Thema gibt es unzählige Blog-Artikel. Pixelwerker bietet einen Überblick über Blogs mit SEO-Bezug. SEO-Tool Anbieter wie Sistrix, Searchmetrics, Ryte oder Agenturen wie Aufgesang oder Seokratie betreiben jeweils eigene. Wer das ganze lieber in Buchform genießt, ist mit dem SEO-Buch von Sebastian Erlhofer bestens versorgt. Auf der OMT Website gibt es außerdem jede Menge kostenlose Webinare mit den Größen der Online-Marketing Szene zum Thema SEO. Eine gute Checkliste bietet ithelps als Download.

Du hast Fragen oder Anmerkungen zum Thema? Schreib mir!

[1] https://www.thinkwithgoogle.com/intl/de-de/insights/blog/the-need-for-mobile-speed/
[2] https://webdesign.tutsplus.com/articles/the-truth-about-multiple-h1-tags-in-the-html5-era–webdesign-16824
[3] https://de.ryte.com/magazine/anleitung-bilder-seo-wie-nutzt-man-alt-und-title-attribute-richtig
[4] https://www.selbstaendig-im-netz.de/google/wie-viel-traffic-von-google-ist-normal/
[5] https://kulturmanagement.blog/2016/10/31/der-digitale-kulturbetrieb/

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